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Überwachung

Aufgrund der zwar hohen Infektionsrate, aber der nur geringen Letalität, klassifiziert die OIE (Weltorganisation für Tiergesundheit) die Schweineinfluenza nicht als anzeigepflichtige oder meldepflichtige Tierkrankheit (OIE, 2009). Eine Überwachung erfolgt durch wissenschaftliche Netzwerke.

OFFLU, das globale Netzwerk für Expertise zur Tierinfluenza, wurde 2005 gemeinsam von OIE und FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) gegründet. Die Ziele des OFFLU sind:

  • Entwicklung methodologischer Leitlinien, Empfehlungen und Tools für die Prävention, Überwachung und Kontrolle der Influenza bei Tieren
  • Stärkung der Kommunikation zwischen Human- und Tiermedizin durch Austausch von Daten und Unterlagen
  • Veröffentlichung und Austausch wissenschaftlichen Materials
  • Schulungsangebote, insbesondere für Entwicklungsländer
  • Definition erforderlicher wissenschaftlicher Studien

Schweine mit Möwen

In Europa wurde im Rahmen des Forschungsprogramms der Europäischen Kommission das Europäische Überwachungsnetz für Schweineinfluenza (ESNIP) aufgebaut. Das ESNIP ist ein Verband mehrerer verschiedener Laboratorien, die mit dem Schweineinfluenzavirus befasst sind. Das vorrangige Ziel des ESNIP war die Standardisierung der für den Nachweis und die Überwachung der Influenza verwendeten Methoden.

ESNIP2 hatte zum Ziel, ein besseres Verständnis der Epidemiologie der Schweineinfluenza zu erzielen. ESNIP3 sollte auf den Erkenntnissen von ESNIP1 und ESNIP2 aufbauen.

In Deutschland rief das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Grippe-Forschungsverbund FluResearchNet ins Leben, der zwischen 2007 und 2013 tätig war. Der Schwerpunkt der Tätigkeit dieses Konsortiums war die Bekämpfung der Auswirkungen von Grippeepidemien bei Mensch und Tier, um das Risiko für zukünftige Pandemien zu reduzieren. Heute ist FluResearchNet ein offenes Netzwerk für alle auf dem Gebiet der Influenzaviren in Deutschland arbeitenden Wissenschaftler.

Referenzzentrum für Schweineinfluenza

Seit dem September 2011 ist das Friedrich Loeffler Institut (FLI) das von der Welternährungsorganisation FAO ernannte Referenzzentrum für Schweineinfluenza.

Im Falle eines aktuellen Ausbruchs der Schweineinfluenza oder bei Ausbruchsverdacht führt das FLI auf Ersuchen der betroffenen Länder die Erstdiagnostik und Typisierung der Erreger durch. Ferner unterstützt das FLI die FAO bei der Überwachung und Bekämpfung der Infektion sowie bei der Qualitätssicherung der Diagnostik und der Harmonisierung mit anderen Referenzlaboratorien.

Aktuelle und fundierte Informationen zur Aktivität der Influenza beim Menschen in Deutschland finden Sie auf den Webseiten von Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) und Robert-Koch-Institut (RKI).