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Methoden

Die Standardmethode zum Nachweis von Antikörpern gegen das Influenzavirus bei Tieren ist der Hämagglutinationshemmtest (HH-Test). Antikörper können auch mit dem Neutralisationstest (NT) oder dem ELISA-Verfahren nachgewiesen werden.

Hämagglutinationshemmtest

Der Hämagglutinationshemmtest ist ein serologischer Test zum Nachweis von Antikörpern. Mittels des HH-Tests können die beteiligten Subtypen bestimmt werden.

Der Test basiert auf dem Prinzip, dass das Hämagglutinin von Influenzaviren - wie auch jenes anderer Viren - einen hämagglutinierenden Effekt auf die Erythrozyten ausübt. Das bedeutet, dass das Blut bei Zugabe dieser Viren klumpt, weil die Erythrozyten an das an der Oberfläche des Virus befindliche Hämagglutinin binden.

Spezifische Antikörper, die in Reaktion auf eine Infektion mit dem Virus oder eine Impfung gegen das Virus produziert werden, können diese Verklumpung (Agglutination) durch Bindung an das Hämagglutinin verhindern.

Wenn das Untersuchungsmaterial Hämagglutinin-spezifische Antikörper enthält, kommt es bei Zusatz des Influenzavirus zu einer Antigen-Antikörper-Reaktion. Diese wird durch die nachfolgende Zugabe von Erythrozyten sichtbar gemacht. Diese verklumpen nun nicht mehr, da die Reaktion gehemmt wurde. Die nachstehende Abbildung illustriert das Prinzip des Hämagglutinationstests und Hämagglutinationshemmtests.

HaemagglutinationshemmtestAbbildung: Hämagglutinationstest und Hämagglutinationshemmtest.
Das Serum von Schwein A enthält keine Influenza-Antikörper,sodass es zur Hämagglutination kommt. Das Serum von Schwein B enthält Antikörper gegen Influenza, sodass die Agglutination gehemmt wird.

Antikörpertiterbestimmung

Mithilfe der Serumtitration lassen sich die Verdünnungen bestimmen, bei denen die Hämagglutination weiterhin gehemmt wird. Der reziproke Wert der höchsten Verdünnung, bei der die Hemmung der Agglutination noch beobachtet werden kann, ergibt den Antikörpertiter (siehe Abbildung rechts).

AntikörpertiterbestimmungAb­bil­dung: Ergebnisse eines Hämagglutinationshemmtests. Der Antikörpertiter ist 1:80.

Der Neu­tra­li­sa­ti­ons­test

Mithilfe des Neutralisationstests (NT) lassen sich virusspezifische neutralisierende Antikörper in der Serumprobe nachweisen. Eine zweifache Verdünnung der Serumprobe und eine definierte Menge an Schweineinfluenzaviren werden vorinkubiert und danach zu MDCK-Zellen (Madin-Derby canine kidney cells/Epithelzellen aus der Hundeniere) hinzugegeben, um die höchste Verdünnung, die eine Hemmung der Virusinfektion bewirkt, und das Vorliegen eines zytopathischen Effekts zu ermitteln (siehe nachstehende Abbildung). Ein Vorteil dieser Methode im Vergleich zum HH-Test ist, dass sie die neutralisierende Aktivität der Serumantikörper zeigt. Nachteile sind die hohen Anforderungen an die Laborausstattung und die länger dauernde Auswertung der Ergebnisse.

Neu­tra­li­sa­ti­ons­testAbbildung: Neutralisationstest

Mehrere ELISA-Testkits zum Nachweis eines breiten Spektrums an Anti-Influenza-A-Antikörpern oder zum Nachweis von Antikörpern gegen die Subtypen H1N1 und H3N2 sind im Handel verfügbar.