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Klinisches Bild

Eine Infektion mit Influenza-A-Viren kommt bei Schweinen häufig vor. Diese Viren verursachen neben der Atemwegserkrankung und einer generellen Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes auch Fieber und Fruchtbarkeitsstörungen. Jede Art von Leistungsabfall im Schweinebestand spiegelt sich in wirtschaftlichen Einbußen für den Landwirt wider und schadet somit dem Betriebsergebnis. Zusätzlich geben diese Infektionen aufgrund ihres zoonotischen Potenzials auch Anlass zu erheblichen Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit. Dies zeigt sich nicht zuletzt am Beispiel der "Schweinegrippe", die erstmals 2009 in der Bevölkerung von Mexiko auftrat.

Akut

Das klassische klinische Bild der Schweineinfluenza entwickelt sich nach 1-2-tägiger Inkubationszeit und geht mit hohem Fieber, Lethargie und Appetitlosigkeit einher. Weitere Symptome sind Nasenausfluss, Bindehautentzündung und erschwerte Atmung ("Lufthunger"); letztere insbesondere dann, wenn die Tiere aufgeschreckt werden. Der charakteristische harte Husten entwickelt sich an Tag 3 bis 4 nach der Infektion. Alle Altersgruppen können gleichermaßen betroffen sein, obwohl der Krankheitsverlauf bei Absetzferkeln leichter ist.

Bei trächtigen Sauen kann die Infektion zu Fehlgeburten oder zur Geburt lebensschwacher Ferkel führen. Kommt es zu keinen Komplikationen aufgrund weiterer Krankheitserreger, erholen sich die Tiere in der Regel nach 6-7 Tagen nach der Infektion.

Die Morbiditätsrate ist hoch und kann in empfänglichen Herden bis zu 100 % betragen.

Im klassischen Fall ist die Infektion jedoch gutartig und von kurzer Dauer. Die Sterblichkeit ist im Allgemeinen gering.

Schwerer Fall von Influenza A bei Schwein

An Influenza erkranktes Schwein - virologisch bestätigte Infektion

Endemische Influenza

Die deutlich mildere Verlaufsform wird derzeit mit zunehmender Häufigkeit beobachtet. Bei dieser Form kursiert das Virus im Bestand und verursacht sich langsam verbreitende Infektionen. Das klinische Bild ist in diesen Fällen charakterisiert durch:

  • unspezifische Atemwegsprobleme,
  • reduzierte Lebensfähigkeit und
  • Fruchtbarkeitsstörungen.

Typisch ist auch, insbesondere bei Absetzferkeln, ein persistierender, sporadisch auftretender, leichter Husten, von dem aber nur einige Tiere in der Stalleinheit betroffen sind, sodass kein Verdacht auf eine Influenzainfektion geschöpft wird. Wenn diese Tiere Stress ausgesetzt werden, z.B. durch Umstallen, kann sich das klinische Bild verschlimmern. In solchen Fällen ist eine Diagnose deutlich schwieriger und nur der Nachweis des Erregers oder der Antikörper kann hier verlässlich Klarheit schaffen.

Pathologie

Bei der pathologischen Untersuchung zeigt sich die Lunge nicht kollabiert, was einen spezifischen Befund darstellen würde. Für eine sichere Diagnose empfiehlt sich die Durchführung einer histopathologischen Untersuchung.

Swine lung with and without influenza